Weltweiter Appell: Kein Einsatz von Kindersoldaten

Red Hand Day, 12. Februar

Aufwachsen im Krieg: Kindersoldat in Afrika Foto: terre des hommes

In zahlreichen bewaffneten Konflikten in aller Welt werden Kinder als Soldaten in den Kampf geschickt. Aktuelle Beispiele sind  Afghanistan, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Kolumbien, Demokratische Republik Kongo, Indien, Irak, Israel / Palästina, Myanmar (Burma), Pakistan, Philippinen, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien, Thailand and Jemen.


Am 12. Februar 2002 trat das UN- Fakultativprotokoll in Kraft, das die zwangsweise Rekrutierung und den Einsatz bei Feindseligkeiten von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ächtet und das inzwischen von mehr als 165 Regierungen anerkannt wurde.


Bewaffnete Gruppen, auch reguläre Regierungsarmeen, setzen aber in vielen Länder die Rekrutierung und den Einsatz von KindersoldatInnen fort. Viele werden zwangsrekrutiert und können die bewaffnete Einheit nicht mehr verlassen. Während viele Kindersoldaten zwischen 15 und 18 Jahre alt sind, werden in manchen Kriegen bereits 7-Jährige eingezogen. Andere Kinder wachsen in Kriegszonen auf und haben daher wenige Überlebensmöglichkeiten, wenn sie sich nicht »freiwillig« einer der bewaffneten Gruppen anschließen.

12. Februar: Red Hand Day in Genf

Das Leiden der Kindersoldaten

Das Leben junger Soldaten ist voller Gefahren und geprägt durch harte Arbeit. Nahrungsmittel und Trinkwasser sind knapp oder fehlen ganz, es gibt keine Gesundheitsversorgung und ständige Angst vor Hinterhalten, Landminen oder Gewehrfeuer. Disziplin und Gehorsam werden oftmals mit brutalen Methoden erzwungen. Viele Kinder sterben unter den unmenschlichen Bedingungen, andere überleben als Behinderte, Blinde oder für den Rest des Lebens Traumatisierte. Nicht nur Jungen werden diesen Risiken ausgesetzt, schätzungsweise ein Drittel sind Mädchen. Sie haben dieselben Aufgaben wie die Jungen zu erfüllen, sind aber zusätzlich sexueller Gewalt ausgeliefert und werden gezwungen, »Ehefrauen« der Offiziere oder sexuelle Sklaven zu werden. In der Konsequenz infizieren sich viele von ihnen mit HIV/Aids oder anderen Geschlechtskrankheiten, viele werden schwanger. In manchen Fällen sind sie dann stigmatisiert und müssen mit ihren Kindern unter Kriegsbedingungen leben.

Das Leiden ist nicht vorbei, wenn diese jungen Leute nach Hause zurückkehren. Manche müssen erleben, dass ihre Familien getötet oder ihre Häuser zerstört wurden. Es kann sein, dass es kaum möglich ist, einen Job zu finden oder wieder in die Schule zu gehen. Kriminalität und Prostitution sind die einzigen Alternativen. Viele müssen mit körperlichen Schädigungen zurechtkommen. Manche Herkunftsgemeinde hat Schwierigkeiten mit der Akzeptanz dieser ehemaligen Kindersoldaten, aber auch die Jugendlichen selbst lehnen möglicherweise die Regeln und Traditionen ihrer Gemeinschaften ab. Gemeinden, Familien und auch die ehemaligen Kindersoldaten benötigen finanzielle Hilfen und Unterstützung beim Wiederaufbau von sozialen Strukturen und bei der Wiedereingliederung in das zivile Leben.

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