Rote Hände aus dem Bundestag


Zum Red Hand Day sammelten Schülerinnen und Schüler über 200 Handabdrücke von Bundestagsabgeordneten, Mitarbeitern und Besuchern des Bundestages. Die Abgeordneten verpflichten sich damit, sich für einen besseren Schutz von Kindern in Kriegen und für Hilfe für ehemalige Kindersoldaten einzusetzen. Auch Deutschland steht hier in der Verantwortung

Vor allem bei drei Themen, über die der Bundestag schon mehrfach debattierte:

 1. Kindersoldaten als Flüchtlinge: In Deutschland gibt es schätzungsweise mehrere hundert ehemalige Kindersoldaten, täglich kommen Flüchtlingskinder aus Ländern wie Afghanistan, Somalia, Eritrea, Syrein, Irak oder Sudan nach Deutschland, meist alleine, ohne Begleitung Erwachsener. Diese Kinder sind verzweifelt, sie fliehen vor der Zwangsrekrutierung durch Armeen und bewaffnete Gruppen, viele von Ihnen waren Kindersoldaten. Deutschland hat sich in verschiedenen internationalen Verträgen verpflichtet, diesen Kindern Schutz und Asyl zu gewähren. Sie brauchen Hilfe bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse, Schulbildung und eine berufliche Ausbildung. Leider gibt es bei der Aufnahme und Behandlung dieser kriegstraumatisierten Kinder in Deutschland große Probleme. Sie werden oft nicht als Flüchtlinge anerkannt, im schlimmsten Fall kommen sie in Abschiebehaft. Dies erschüttert sie noch mehr, es kam schon mehrfach zu Selbstmordversuchen

 

2. Waffenexporte: Deutschland ist der drittgrößte Rüstungsexporteur weltweit und einer der größten Exporteure von Kleinwaffen. Die Überschwemmung der Konfliktgebiete mit Kleinwaffen ist ein wichtiger Grund für die Eskalation vieler Konflikte. Da viele Waffen deutsche Fabrikate sind, ist Deutschland mit verantwortlich für das Leid vieler Kinder in diesen Ländern. Ihre Eltern oder sie selber kommen durch deutsche Waffen zu Tode oder sie werden als Kindersoldaten gezwungen, mit deutschen Waffen zu kämpfen. Dies ist skandalös! Deutsche Waffenexporte in Krisengebiete müssen sofort gestoppt werden, insbesondere wenn dort Kinder als Soldaten eingesetzt werden. Dies ist fast in allen Konfliktgebieten weltweit der Fall. Komplett gestoppt werden müssen Exporten von Kleinwaffen und Munition, auch in NATO- oder EU-Länder, denn auch von da gelangen sie immer wieder in Kriegsgebiete, ihre Verbreitung ist unkontrollierbar.

 

3. Straight 18: Die Bundeswehr rekrutiert weiter jedes Jahr bis zu 2.000 Minderjährige (2016) und bildet sie an der Waffe aus. Nach der gültigen UN-Definition sind dies Kindersoldaten. Der Militärdienst und die Ausbildung an der Waffe sind mit den besonderen Schutzrechten der UN-Kinderrechtskonvention unvereinbar. Diese gilt für alle Kinder unter 18 Jahre. Deshalb sollte Deutschland das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anheben („Straight 18“), wie es schon über 150 andere Staaten weltweit getan haben. Auch die Vereinten Nationen haben Deutschland dazu schon mehrfach aufgefordert.

 

Weitere Forderungen der Rote-Hand-Initiative und des Deutschen Bündnisses Kindersoldaten, einem Zusammenschluss von 12 Menschenrechtsorganisationen, finden Sie hier.

 

Am 12. Februar 2002 trat ein UN-Vertrag in Kraft, der den Einsatz von Kindern unter 18 Jahren in bewaffneten Konflikten verbietet. Diesen Vertrag haben inzwischen über 165 Staaten weltweit unterschrieben – doch viele halten sich nicht an das Verbot. Es gibt weiter schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten weltweit.